Bolzen statt Zocken:  Neuer Multifunktionsplatz in Bremen – Walle eingeweiht

 

Am 09. Juni 2026 war es endlich so weit: Das Kinder- und Jugendhaus Ratze der „Naturfreundejugend Bremen“ konnte den neuen Multifunktionsplatz im Stadtteil Walle einweihen. Neben einem neuen Kunststoffboden gab es auch neue Tore. Das Wichtigste für die Kinder und Jugendlichen des Stadtteils ist allerdings, dass der Platz jetzt endlich auch bei Regen genutzt werden kann. Dies war vorher nicht möglich. Bei schlechtem Wetter stand das Areal unter Wasser und konnte nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden.

Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen der Einrichtung wurde in einem Beteiligungsverfahren ermittelt, was sich dringend ändern muss, und welche Wünsche die Kinder und Jugendlichen haben. Mit den Ergebnissen machten sich die engagierten Macher an der Ratzeburger Straße dann auf die Suche nach Förderern – und wurden fündig.

Unterstützt haben dieses Projekt gleich eine Reihe von Sponsoren: Das „Weihnachtswunder“ von Radio Bremen Eins und Bremen Vier, das Deutsche Kinderhilfswerk, die Immobiliengruppen Justus Grosse und Vonovia sowie die Hansestiftung Jörg Wontorra.

Zum Hintergrund: Das Kinder- und Jugendhaus Ratze befindet sich im Herzen von Walle und beherbergt eine Kindergartengruppe, eine Hortgruppe sowie offene Angebote für Kinder und Jugendliche des Stadtteils. Die Zielgruppe besteht aus jungen Menschen, die aus verschiedensten Gründen schwierigere Zugangsvoraussetzungen zur Eingliederung in die Gesellschaft haben. Durch den Besuch seiner Einrichtung möchte der Verein „Naturfreunde Jugend“ es vor allem diesen Kindern und Jugendlichen mit einem durchgängigen Angebot ermöglichen, ihre Chancen auf Teilhabe zu verbessern. In ihrem Förderantrag schrieben die Initiatoren dazu: „Das beginnt damit, dass die Kinder bei uns Sachen lernen, die für viele andere Kinder und Familien selbstverständlich sind (Seil springen, Inliner fahren, Fahrrad fahren, schwimmen etc.). Wir legen dabei großen Wert darauf, dass die Kinder und Jugendlichen in Bewegung kommen. Spürbar grade jetzt im digitalen Zeitalter ist für uns, dass Bewegung und Sport immer mehr in den Hintergrund treten. Den meisten Kindern und Jugendlichen, die zu uns kommen, gelingt es nicht, in einem Sportverein Mitglied zu werden.“

Und weiter hieß es: „Wenn wir das Projekt „Bolzen statt Zocken“ umsetzen können, werden alle Altersgruppen im Stadtteil davon profitieren. Pädagogische Zielsetzung ist für uns, dass es neben der Bewegungsförderung – Fußball, Fahrrad fahren etc. – auch immer um die Auseinandersetzung miteinander geht: Aushandeln von Regeln, Einhalten von Regeln, Konflikte haben und diese konstruktiv lösen. Sich mit den eigenen Ideen und Wünschen in eine Gemeinschaft einbringen.“

Gerade dieser letzte Ansatz hatte Peter Gagelmann, das neue Vorstandsmitglied der Hansestiftung, überzeugt. Denn schließlich kennt er sich als ehemaliger Bundesliga – Schiedsrichter beim Umgang mit Regeln und Konflikten aus. Und so kam es sehr schnell zu dem einstimmigen Beschluss, dieses Projekt zu fördern. Eine Vielzahl von leuchtenden Kinderaugen haben es allen Unterstützern bei der Eröffnung gedankt.  

Nach oben scrollen